
Als Verwalter (Vögte) des ellwangischen Klostergutes in Schriesheim wurden die Herren von Strahlenberg so mächtig, dass Conrad von Strahlenberg es wagen konnte, widerrechtlich auf Ellwanger Grund eine Burg zu errichten (vor 1237). Der daraus entstandene Konflikt endete für die Strahlenberger zwar mit dem Verlust ihres gesamten Besitzes, sie erhielten ihn jedoch als erbliches Lehen von Ellwangen zurück. So konnte zu Füßen der Burg noch eine Stadt erbaut werden, so dass eine geschlossene Burg-Stadt-Anlage entstand.
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Während der Verpfändung an Hartmut von Cronberg erfuhr die Burg 1330–1338 eine zweite Bau- und Umbauphase. Die Burganlage, die der heutigen Ruine zugrunde liegt, dürfte aus dieser Zeit stammen. Auf einer Flanke des Ölbergs erbaut, wurde die Burg durch einen tiefen Halsgraben vom Berg getrennt. Über Zugbrücke und Tor gelangte man erst in den Vorhof, durch ein weiteres Tor in die Unterburg. Links vom Einganstor erstreckte sich der Zwinger. Der Zugang zur Kernburg lag etwa am heutigen Kücheneingang. Hier im einst fünfeckigen Innenhof ist auch heute noch die tief in den Fels eingehauene Zisterne zu sehen. In der Südostecke erhebt sich der Bergfried, der über eine schmale Treppe zu besteigen ist. Eine Maueröffnung im Turm zeigt den hoch gelegenen alten Eingang.
Die mächtigen Mauerreste des Palas mit seiner markanten Fensterfront nach Westen und Süden wurden zusammen mit dem Bergfried zum weithin sichtbaren Wahrzeichen Schriesheims.
| Schwarz: erhaltenes Mauerwerk H: Halsgraben auf der Bergseite Z: Außentor mit Brücke V: Vorhof Z: Zwinger U: Unterburg B: Innenhof Br: Burgbrunnen P: Palas |
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Eine alte Beschreibung des Wappens der Herren von Strahlenberg lautet „Ein rother strahl (Pfeil) im guldnen feld schräg gestellt“. Die gekreuzten Pfeile im Schriesheimer Wappen leiten sich von diesem Wappen ab. 1347 verkauften Rennewart von Strahlenberg und sein Sohn Siegfried Burg und Stadt an die Kurpfalz. Danach wurde die Burg Amtssitz des kurpfälzischen Verwalters. Um 1500, vermutlich 1504, während des bayrisch-pfälzischen Erbfolgekrieges brannte die Burg aus und wurde nicht wieder aufgebaut. Die pfälzische Hofkammer ließ 1733 die nordwestlichen Teile sowie die Gebäude im Hof abbrechen, um mit den Steinen die untere Schlossbergmauer zu reparieren, damit der Weinberg vor Traubendieben geschützt wäre.
Im 19. Jahrhundert entdeckten romantische Maler die Ruine als Motiv für Zeichnungen, Stiche und Gemälde. Die Reiseliteraur sah bald nach der Uraufführung von Heinrich von Kleists Ritterschauspiel „Käthchen von Heilbronn“ im Jahr 1810 in der Strahlenburg die Burg des Wetter vom Strahl und bald fand sich auch unter einem Holunderstrauch die bemooste Steinbank, worauf das Käthchen einst träumte.
Die Burg ist in Privatbesitz und beherbergt ein Restaurant.
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